Vorbemerkung der Herausgeber

 

Im September 1939 wurde Heisenberg zum Kriegsdienst beim Heereswaffenamt nach Berlin einberufen. Er wurde Mitglied des sogenannten "Uranvereins" und wirkte an der Vorbereitung zur Konstruktion eines Uranreaktors mit. Diese geheime Arbeit Heisenbergs umfasste ausser grundsächlichen theoretischen Untersuchungen auch Experimente an der Universität Leipzig mit seinem Kollegen Robert Döpel und dessen Frau Klara, sowie die Beratung der Versuche am Kaiser Wilhelm-Institut für Physik in Berlin-Dahlem. Im Juli 1942 wurde Heisenberg zum verantwortlichen Direktor am Berliner Institut ernannt. Seine vielseitige Tätigkeit - auch die reine theoretische Physik wurde nicht vernachlässigt, wie die grundlegenden Veröffentlichungen zur Streumatrixtheorie 1944 zeigen! - wurde durch Ferienaufenthalte in Urfeld am Walchensee unterbrochen, wo Heisenberg im Sommer 1939 ein Sommerhaus erworben hatte. Zum Teil entstand dort ein Manuskript philosophischen Inhalts von über 200 Seiten, das in engem Zusammenhang mit den fünf vorstehenden Vorträgen zu sehen ist


Der Budapester Vortrag über die Farbenlehre hatte ein günstiges Echo gefunden, so dass Heisenberg sich veranlasst sah, weiter über die methodischen Fragen der Naturwissenschaft nachzudenken. In der Folge hielt er nicht nur eine Reihe von weiteren Vorträgen wie die in Leipzig und Zürich, sondern verfasste auch ein ausführliches Manuskript, in dem er die Summe seiner bisherigen Anschauungen niederschrieb und sie zugleich auf neue Bereiche der Naturwissenschaften und der Wirklichkeitsbeschreibung erweiterte.


Das Mauskript, das im Herbst 1942 beendet wurde, hat keinen Titel. Wir haben es nach einer Bemerkung Heisenbergs im Text mit "Ordnung der Wirklichkeit" überschrieben. Es besteht aus drei Teilen, einer Einleitung (I.), dem Hauptteil (II.) und einer Schlussbetrachtung (III.). Es war nicht zur Veröffentlichung bestimmt, aber Schreibmaschinenkopien wurden Weihnachten 1942 an zuverlässige Freunde verschickt. (In den späteren Abschnitten von Teil II. Und in Teil III gibt es politische Stellungnahmen, die für den Autor im damaligen Deutschland hätten gefährlich werden können, zumal er an einem kriegswichtigen Projekt leitend mitwirkte.)


Als Text wurde das handschriftliche Manuskript zugrunde gelegt, das gegenüber der Schreibmaschinenabschrift einige Verbesserungen enthält.

 

 

 

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